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Job Bewerbung löst Internet-Lawine aus

Er sucht einen Job und postet eine Anzeige auf facebook. Was dann passiert ist überwältigend. Jans Nachricht die mit 70 facebook Freunden beginnt wird innerhalb von sechs Tagen über 20.000 mal geteilt, und minütlich erreicht er zig neue Leser und potenzielle Arbeitgeber. Von Papenburg bis Frankfurt, diese Anzeige geht durch die Republik.

Sein Postfach läuft über. Er hat rund ein Dutzend Anfragen für Auftragsarbeiten, diverse Angebote von Unternehmen seine Unterlagen einzusenden und in dieser Woche bereits zwei Vorstellungsgespräche. Die Menschen sind begeistert von seinem Mut.

 

Jan_Bewerbung

 

Jan (29) aus Ottersberg bei Bremen ist seit seiner Geburt an Muskelschwund erkrankt und sitzt seit seinem 10ten Lebensjahr im Rollstuhl. Seit einigen Jahren muss er eine Atemmaske tragen. Im September diesen Jahres beendet er sein Masterstudium und sucht einen Job als Mediengestalter. Tatsächlich sucht er schon seit einigen Jahren einen Job, er hat 2010 sein Bachelor Studium abgeschlossen. Bisher allerdings ohne Erfolg.

„Die bisherigen Bewerbungsversuche waren sehr ernüchternd. Ich erhielt überwiegend direkte Absagen. Über die Jahre gab es gerade einmal zwei Bewerbungsgespräche. Leider führten auch diese nicht zum gewünschten Erfolg.“

Glaubt er, dass die Ablehnungen mit seiner Behinderung zu tun hat? „Ja das habe ich sicherlich das ein oder andere Mal so empfunden, auch wenn das natürlich niemand explizit so gesagt hat. Ein Stück weit kann ich das sogar nachvollziehen, denn wenn jemand meine Bewerbungsmappe in der Hand hält ist es für den ein oder anderen sicherlich sehr abstrakt sich vorzustellen wie genau ich arbeite.“

Mit seiner Anzeige und dem Foto legt Jan jetzt die Karten auf den Tisch. Viele Leser sind beeindruckt wie offen er mit seiner Behinderung umgeht. Aber er findet nicht nur Zuspruch: „Lass den Rollstuhl weg. Damit erzeugst Du Mitleid. Du brauchst aber einen Job.“ Jan geht mit diesem Hinweis souverän um: „Es geht mir hier in keiner Weise darum Mitleid zu erzeugen sondern einfach zu zeigen was Tatsache ist. Warum sollte ich mich verstecken?“

Er will sich nicht mehr Zuhause verstecken, er will raus aus dem Hommeoffice, in dem er schon länger gemeinsam mit seinem Bruder kleinere Digitalprojekte umsetzt. Die Frage nach seinem Traumjob kann er leicht beantworten: „Ich will als Mediengestalter in einer Agentur arbeiten. Dabei ist es mir am wichtigsten, Kollegen zu haben.“

Update: Jan hatte in dieser Woche bereits das erste Bewerbungsgespräch und startet am 1.6. mit einer Probearbeitszeit von vier Wochen. Wir drücken die Daumen.

 

Eine ungewöhnliche Bewerbung die auch polarisiert, aber erfolgreich. Was sagt ihr dazu?

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